Die EWE Baskets Oldenburg haben sich in einem höchst intensiven Spiel der Beko Basketball Bundesliga gegen Tabellenführer Alba Berlin mit
68:59 (32:31) durchgesetzt. Vor 3148 Zuschauern in der EWE ARENA erwischten die Berliner zunächst einen überragenden Start (18:4), doch die Hausherren kämpften sich entschlossen zurück und gingen Mitte des dritten Viertels vorentscheidend in Führung. Berlins Trainer Luka Pavicevic erlebte das Ende des Spiels nicht mehr an der Seitenlinie, als er nach zwei Technischen Fouls in der 36. Spielminute disqualifiziert wurde.
Die Zuschauer in der Arena fühlten sich zunächst unangenehm an das letzte Heimspiel gegen Göttingen erinnert, als der Auftakt vollkommen misslang und Alba nahezu ungestört zu einer komfortablen Führung kam. Mit einem Kraftakt bissen sich die EWE Baskets aber zurück und hielten den Rückstand nicht zuletzt dank eines weiten Dreiers von Rickey Paulding bei ablaufender Vierteluhr mit 18:21 noch in erträglichen Grenzen.
Die Oldenburger fanden im zweiten Viertel endgültig ihren Rhythmus. Einen letzten Weckruf richtete Josh Carter mit einem krachenden Dunking ans Publikum (24:26, 15.), während die Verunsicherung bei den Gästen, die am Dienstag im EuroCup einen Sieg in Le Mans hatten feiern können, wuchs – mehrere Airballs waren Zeugnis der Irritationen. Besonders umjubelt wurden schließlich die Treffer von Rickey Paulding zur ersten Führung (27:26, 17.) und von Josh Carter, der per Dreier mit dem Schlussgong der ersten Halbzeit traf (32:31).
Zunehmend turbulent wurde es im dritten Viertel. Ein 15:0-Lauf der EWE Baskets (47:31, 25.) verwandelte die Arena endgültig in eine Party-Zone, doch die Berliner fanden noch einmal die passende Antwort. Ein 1:10 aus Oldenburger Sicht bei nun deutlich besserer Berliner Verteidigung ließ ein wenig Sorge aufkommen. Mit 57:45 ging es schließlich in den Schlussabschnitt einer jetzt doch nickeliger werdenden Begegnung, in der einige versteckte Fouls und viele Diskussionen mehr und mehr Emotionen freisetzten.
Beim 60:51 schienen die Albatrosse erneut aufzuschließen – die wohl turbulenteste Phase einer häufig hektischen Partie in der 36. Minute aber brachte die Vorentscheidung. Einen Foulpfiff gegen Rashard Wright nahm Alba-Coach Pavicevic zum Anlass, seinem Unmut gegenüber Schiedsrichter Robert Lottermoser freien Lauf zu lassen. Auch nach einem Technischen Foul ließ der Trainer nicht vom Referee ab, bedrängte ihn weiter und wurde schließlich mit dem zweiten Technischen disqualifiziert. Ein weiteres Technisches Foul gegen Jurica Golemac führte schließlich Jason Gardner gleich achtmal an die Freiwurflinie. Beim Stand von 68:51 war die Angelegenheit in der Folge endgültig entschieden, der Spielfluss allerdings war nach dem Durcheinander vollkommen zum Erliegen gekommen.
Text: Torben Rosenbohm, EWE Baskets Oldenburg